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2. Trainingslager, Monte Gordo, Portugal - Oktober 2016

Kurz nach 12 Uhr und mit grosser Vorfreude trafen sich am 08. Oktober die 15 Teilnehmenden des Trainingslagers im Flughafen Zürich. Leider erfuhren wir am Vorabend das Andrea von Ah aus gesundheitlichen Gründen nicht mit uns reisen durfte. Das hat die Stimmung etwas gedämpft, war doch den letztjährigen Teilnehmenden bewusst, dass ihnen Andrea sehr fehlen wird.
Die erste Überraschung erlebten einige bereits, als die Waage Übergewicht des Koffers anzeigte. Doch wie immer hatte die Laufgruppe Glück und es musste kein Rappen zusätzlich bezahlt werden.

Bereits 1 Monat vor der Abreise war klar, dieses Lager versprach wieder spannend und abwechslungsreich zu werden, denn unser Weiterflug ab Lissabon nach Faro verzögerte sich um 7 Stunden. Wir mussten uns etwas einfallen lassen, um diese Zeit zu überbrücken, da unser Vorschlag "Footing in Lissabon" von den Trainern klar abgelehnt wurde: "Reisetag ist Pausetag".
Nach der Landung in Lissabon begab sich eine Gruppe aus 3 unternehmungslustigen Damen und 4 starken Herren mit der Metro Richtung Stadtzentrum. Das Wetter war toll, die Stadt wunderschön und wir schlenderten durch die engen Gassen, mal mit steilen Treppen, mal mit dem Lift, um bei schöner Aussicht etwas zu trinken. Ein feines Fisch-Abendessen stärkte uns für die Weiterreise. Wir hatten schon fast vergessen dass wir wegen dem Training in Portugal waren. Zwischenzeitlich erlebte die Flughafen-Gruppe bei fröhlicher Stimmung unterhaltsame Stunden. Die Bauchmuskeln wurden arg strapaziert. Wie war das nochmal: Reisetag ist Pausetag...?

Im Faro angekommen, wurden wir mit dem Hotelbus abgeholt und nach Monte Gordo gefahren. Es hiess zügig im Hotel einchecken und sofort ins Bett zu gehen, da es schon 1:30 Uhr war.

Nach einer kurzen, erholsamen Nacht und einem sehr feinen Brunch durften wir unsere Habseligkeiten im Zimmer in Ruhe einräumen und dann ging es schon wieder auf die Leutsch. Mietautos holen, Shoppen, Wassertemperatur testen und Kafi am Strand trinken, stand auf dem Programm. Wir hatten das Gefühl, einfach nur herrliche Ferien zu machen. Doch das erste Training war schon angesagt und wir wurden richtig kribbelig. Am späten Nachmittag bei wunderschönem Wetter ging es endlich los mit einem DL in San Bartolomeu. Es tat uns allen richtig gut und wir strahlten wie Marienkäfer. Die Trainingswoche war eröffnet.

Am Montag ging es nach Altura, wo alle ein Intervalltraining absolvierten. Da trafen wir Roland, welcher in der Nähe seine Ferien verbrachte und diese Woche mit uns trainierte. Wir wurden in Gruppen aufgeteilt, was dieses Jahr für Patricia eine besondere knifflige Aufgabe war; da Verletzungen, Erkältungen und Hexenschuss die Leistung einiger Teilnehmer minderte.
Leider verletzte sich Doris bei diesem Training mit Verdacht auf eine Muskelzerrung. Sie nahm es aber locker, ging nach dem Training in die Apotheke, holte ein paar Mittelchen und ruhte am Nachmittag.

Nach dem Zmittag machte sich Beat auf den Weg nach Lepe, Spanien um zu reiten. Er hatte in einer sehr nahe gelegenen Reitschule, nachmittags jeweils Spring- und Dressur- Unterricht gebucht. Der Rest der Gruppe genoss ein kurzes Einlaufen und eine sehr interessante und nicht weniger lustige Laufschule mit Andy. Wir stellten fest, Laufen lernen in unserem Alter ist nicht einfach und verursacht bei einigen Muskelkater.

Nach einer weiteren Dusche setzten wir uns im Hotel Restaurant mit Hunger wieder an den Tisch. Danach wurde von Patricia das Programm für den nächsten Tag angekündigt und wir machten uns auf den Weg zu einem Schlummertrunk im kleinen gemütlichen "Monte Gordo City". Von Fritz erfuhren wir, dass das Herz nicht nur pumpt, sondern auch saugt. Und das nur, wenn wir uns strickte an die Vorgaben halten und richtig trainieren. Sein Fachwissen beeindruckte uns sehr. Und so ging es die ganze Woche zu und her: Aufstehen, Essen, Trainieren, Duschen, Essen, Ausruhen, Trainieren, Duschen, Essen, Geniessen und Schlafen. In der freien Zeit erkundeten wir ein wenig die Region oder machten gemütlich Siesta.
Zum Beispiel waren wir in Vila Real de San Antonio. Dort war die ganze Woche Markt und Kilbi. Das wollten wir nicht verpassen. Sogar am ersten Abend gab es eine kleine Gruppe, die sich heimlich auf die verrücktesten Bahnen traute und sich den Adrenalin-Kick holte.
Der tolle Waren- und regionale Produkte- Markt und die schmucken Läden des wunderschönen Städtchens lockten die Frauen wie Magnete an und keine kam ins Hotel zurück ohne etwas gekauft zu haben. Sogar eine Frauen-Fahrgemeinschaft wurde organisiert und diese genoss noch eine Stunde länger das Bummeln. Wir machten einmal einen Ausflug nach Manta Rota, wo wir alle zusammen ein wunderfeines Zmittag im Fischerdörfli genossen.
Anschliessend machten wir uns auf dem Weg nach Lepe, ins nahe Spanien. Wir wollten unbedingt sehen, wie es mit dem Reiten geht und es gab zwei Mutige aus der Gruppe, die sich zum ersten Mal auf die Vierbeiner trauten. Hut ab, Aishah und Andy! Ihr habt es super gemacht. Auch Mario war zufrieden und vom ganzen beindruckt und so sehr inspiriert, dass er einen neuen Namen kreierte: Blackbeauty war geboren.
Danach besichtigten wir das kleine Provinzstädtchen.
Wir genossen den Nachmittag. Allerdings kam es uns Spanisch vor als wir bei den 5 Autos Parkbussen entdeckten. Eifrig machten wir Münz bereit, um diese brav am Automaten zu bezahlen. Nach 24 Stunden wäre der Betrag von 8 auf 90 Euro gestiegen, man rechne, und das 5 Mal. Abends durften wir Karins Tochter Eveline, welche einige Monate in Portugal arbeitet, und ihren Freund kennenlernen.
Nun zurück zum Sport. Doris, unsere Blackbeauty, musste ihr Trainingsprogramm umstellen. Laufen tat ihr nicht mehr gut, so entschied sie sich fürs Fahrrad. Als erfahrene Velofahrerin genoss sie verschiedene Touren in der Region in eigener Regie. Einmal zusammen mit Karin.
Karin nutzte die Woche als Aufbautraining nach ihrer sehr langen Pause seit vergangenem Januar. Sie machte RDLs kombiniert mit Velofahren und im Stabi von Andy gab sie ihr Bestes.
Also nicht nur Karin genoss diese Stabi-Stunde im Hotel Kraftraum. Die Herren hatten einen wunderschönen Ausblick auf die "Trainingsmaschinen und so"., was sie hochmotivierte, eine gute Figur zu machen.
Wir merkten sofort, wer regelmässig bei Andy am DO trainiert. Margrit und Karin lachten und redeten fast die ganze Zeit, während der Rest fast keine Kraft mehr hatte.
Vor dem Lager bekamen wir einen Trainingsplan von Patricia. Doch dieser musste ständig angepasst werden: wer und mit wem, wieviel, wie schnell, wohin, wie lang und ob überhaupt.
Patricia und Fritz, die uns einzeln sehr gut kennen und wissen was jeder braucht, erfüllten diese Herausforderung bestens.
So rannten die am wenigsten Müden im Stadion einen "Surprise- Intervall" und witzelten danach: "Nur fliegen ist schöner." Benno und Florencia gingen zum Schwimmen ins Hallenbad. Rolf durfte einen LR mit dem Ehepaar Stocker absolvieren. Zudem schwamm er mit Blackbeauty im offenen Meer. Bruno B. durfte das Tempo beim DL nach unten schrauben, etc.
Auf jedem Fall wurden wir gefordert, das erkannte man an den konzentrierten Gesichtern. Rolf bemerkte sogar bei einem Gspändli, dass es beim Beissen ("Lutschen") aussieht, wie ein Mafiosi.

Beinahe jeden Abend staunten Bruno Z und Erwin nicht schlecht, als sie erfuhren, welches Tempo sie am nächsten Tag zu laufen hatten. Margrit wurde von Patricia in Manta Rota buchstäblich gepackt und an ihre Grenzen getrieben. Patricia munterte sie immer wieder auf und sagte ihr, dass sie nicht zu antworten brauche. Darüber war Margrit gottenfroh. Ausser hin und wieder ein Seufzen, war eh kein Pip mehr zu hören. Mit Patricia zu laufen war sehr eindrücklich für sie.

Beat wurde mit dem 1000-Meter Training gefordert. Mario biss trotz Verletzung vor dem Lager und unerwarteten grossen Blasen an den Füssen immer durch. Benno und Erwin absolvierten am letzten Tag einen 25km Lauf in beachtlichem Tempo. Florencia kämpfte sich durch Manta Rota, begleitet von Fritz. Patricia absolvierte einen HM ohne Uhr und staunte am Schluss nicht schlecht über das tolle gelaufene Tempo. Fritz hatte Glück dieses Jahr mit seinem portugiesischen Nicht-Flyer. Trotzdem musste er viele Kilometer wie verrückt pedalen, ein paar Mal sogar hinter Patricia.

Der letzte Trainingslager-Höhepunkt war das Abschluss Training in Castro Marim. Patricia schaffte es, alle ihre Schäfchen nochmals zu fordern. Die Strecke war bekannt. Patricia startete als erste und lief die ganze Strecke, 30km. Die verschiedenen Gruppen starteten gleichzeitig an den vorgegebenen Streckenabschnitten. Stiegen ein und wieder aus und sahen sich alle immer wieder und motivierten einander. Benno führte den Zug in gleichmässigem Tempo an. Schlussendlich trafen beinahe alle gleichzeitig und glücklich beim Hotel zusammen, wo wir uns auf der Terrasse einen letzten kühlen Drink gönnten.

Alles in allem ein unglaublich persönlich zugeschnittenes Training, das man so nirgendwo bekommt. Wir kamen fit und motiviert zurück. Der Austausch zwischen allen Teilnehmenden war wunderschön. Wir lernten uns von anderen Seiten kennen, z.B. forderte Beat die anderen jeden Abend am Dessertbuffet heraus, indem er mit den süssesten Zusatzgarnituren einen wahren Dessertboom auslöste. Wir haben viel gelacht und gescherzt u.a. mit der "Bruno Z. Pose", über die Sprüche von Rolf, dem lustigen Deutsch auf der Strandtafel oder beim Lesen der Menükarte im Restaurant: Da stand "Pom Fritz" mit 2 Dipsaucen nach Wahl. Wir haben viel mit Erwin über genauere Messdaten Methoden diskutiert, wenn es um die richtige Km-Pace zu haben geht, und, und, und.. Es war eine herrliche Woche! Es gäbe noch so viel zu erzählen doch irgendwo müssen wir aufhören. Herzlichen Dank Patricia, Andy und Fritz für diese wundervollen Laufferien.
Sins, 26.10.2016

02.07.2016 Montafon Marathon

Samstagmorgen um 8:00Uhr in Montafon: Wer ist die Laufgruppe Cham? Die Antwort darauf wäre wahrscheinlich gewesen: Oh, noch nie gehört. Wahrscheinlich eine Gruppe aus der Schweiz, die ab und zu zusammen joggen gehen.

Samstagnachmittag um 16:00Uhr in Montafon: Wer ist die Laufgruppe Cham? Die Antwort darauf: Oh, eine sackstarke Laufgruppe aus der Schweiz, die nicht zu schlagen war. Hut ab.

Eine grosse Schar der Laufgruppe Cham reiste am Freitag nach Montafon um am Sonntag den Marathon zu absolvieren. Am Sonntag vor der Heimreise genossen sei noch die wunderbare Landschaft.

Auf die Fragen, welches waren die schönsten Momente und würdest Du nächstes Jahr wieder teilnehmen, bekam ich folgende Antworten.
Sti 10. Rang Kat. 4:33h: Für mich war der ca. 5 km lange Bergtrail das Beste, ich liebe es den Weg zu finden zwischen all den nassen Steinen und das Überqueren des Gebirgsbaches. (geschätzte 30 mal). Das mein Knie gehalten hat und ich tolle Beine hatte an diesem Tag, hätte locker noch 4 km länger laufen können. Den Zusammenhalt der Laufgruppe während den drei Tagen und das anfeuern der Läufer durch die Zuschauer und den LGC Läufer beim Zieleinlauf.

Ich würde gerne nächstes Jahr nochmals starten wenn das Knie hält und vielleicht dann auch den letzten Teil laufen. Sara 4. Rang Kat. 5.30Std.: Anzukommen und die Truppe, die schon da war, zu begrüssen. Zieleinlauf - mit Abklatschen und einfach weil's das Ziel war. Abendessen und geniessen nach getaner Arbeit.

Weiss auch nicht, ob ich nochmal teilnehmen werde. Lieber wieder etwas Neues, es gibt so viele Strecken, die noch gelaufen werden wollen.
Es war einfach toll!

Christoph 1. Rang Kat. 3:53h: Mit so einer lässigen Gruppe (LG Cham) macht es immer wieder "mega" Spass an so einem Rennen teilzunehmen. Am Freitagabend staunten welche von unserem Grüppli, als ich zum z'Nacht ein Glas Wein trank. Am Samstag bei mir keine Nervosität, mega schöne Gegend am Fluss entlang im Silbertal. Konnte Andrea, Edith und Kurt nicht richtig abschütteln, die waren mir noch auf den Fersen. Dann am Samstagabend so ein feines Nachtessen, mit Bier, Wein, Grappa, wieder Wein, doch die letzte Flasche Wein musste abgebissen werden.

Ich denke nächstes Jahr eher nicht, möchte mal den Zermatt Marathon oder den Jungfraumarathon absolvieren.
Wikje 2. Rang Kat. 5:01h: Als ich über den Ziellinie gelaufen bin, wurde ich von der Laufgruppe so begrüsst, als ob ich das Rennen gewonnen hätte, soo schön! Die friedliche Stimmung und die abwechslungsreiche und wunderschöne Bergpanorama. Und......zum ersten Mal in meinem Leben war ich auf dem Podest : )) ein tolles Gefühl.

Mit der Laufgruppe wäre ich in 2017 sicher wieder dabei!
(Obwohl dieser Marathon sehr schön war, wäre ein anderer Bergmarathon auch interessant)

Kurt 4.Rang Kat. 4:11h: Als wir uns am Samstagmorgen im Silbertal als grosse Gruppe (Cham) auf den Start vorbereiteten. Das Gesellschaftliche mit der lässigen Gruppe und die drei die nicht Laufen konnten (Bettina, Roger und Sony) waren auch mit voller Begeisterung dabei. Der Zieleinlauf und nachher jeder mit seiner eigenen Geschichte über seinen Lauf mit unserem tollen Erfolg als Gruppe. Auch der Ausflug am Sonntag auf den Berg mit dem schönen Restaurant. Ich würde diesen Lauf sicher wieder machen mit der Gruppe. Der Marathon war für mich mega schön, er beinhaltete alles. Auch Landschaftlich sehr schön.

Edith 1. Rang Kat. 4:11h: Nebst einem Lauf -auch die schönen Momente vor und nach dem Rennen geniessen zu können -das war riesig toll. Obwohl jeder ein Einzelkämpfer war -waren wir ein Team -die Laufgruppe Cham!!!

Jean-Claude 8. Rang Kat. 1:34h K16: Für mich persönlich, war es sehr schön dass ich den Panoramalauf 16 Km. absolut schmerzfrei, besser und lockerer als ich dachte geniessen konnte..Das gesellige Zusammensein, plaudern bei einem Glas Wein oder Weizenbier, gut essen...zum Beispiel Kümmelkartofeln..;-)) hab ich sehr genossen. Aber das schönste für mich war die glücklichen und zufriedenen Gesichter zu sehen nach dem bestandenen Marathon...Vor allem deine Schwester Andrea, die enorm mit den Emotionen gekämpft hat als sie mir von den Ergebnissen und den Eindrücken von der Strecke erzählte.

Das ist die Magie eines Berg Marathons ... freisetzen von enormen Glücksgefühlen... . Ob ich die ganze Marathon Strecke machen würde ... weis nicht ... bin ja die letzten 8 Km. auch auf der Marathonstrecke zu Ende gelaufen.
Die abwärts Passagen sind doch sehr steil und lang und wie Pirmin, laufe ich auch nicht so gerne abwärts. Vor allem nicht nach 35 Km. Aber die die Variante "Sti" (T33) wäre eine perfekte Lösung, da fallen die letzten abwärts Passagen weg... .

Andrea Vi 2. Rang Kat. 4:25h: Es war einfach wunderbar diesen Bergmarathon in der Gruppe bestreiten zu können und mit so viel positiver und aufgestellter Stimmung an den Start gehen zu können. Trotz grosser Anstrengung und unzähligen Steigungen die es zu überwinden gab, reichte es immer für ein Lächeln :-). Einfach nur toll nach dem Zieleinlauf sein Erlebnis und die vielen Streckeneindrücke mit so vielen LG Cham Gspändli teilen zu können.

2017 ist zwar noch etwas entfernt, aber ich kann mir gut vorstellen wieder am Montafon Arlberg Marathon am Start zu stehen natürlich nur mit Team gelb :-)
Die Streckenführung ist top. Von Anfang an immer eine stetige Steigung aber trotzdem gibt es wieder flache Abschnitte wo man sich sehr gut erholen kann.
Die letzten paar km gehen dann doch etwas in die Beine denn es geht einfach nur runter.

Pirmin 30. Rang Kat. 5:38h: Der Zieleinlauf mit dem Abklatschen sämtlicher LG Cham Hände. Es hat auch Vorteile wenn mal als letzter der Gruppe ins Ziel kommt ;-) Die tollen, unterhaltsamen, gemütlichen Nachtessen mit der Gruppe mit allen kulinarischen Highlights der österreichischen Küche (inkl. Kümmelkartoffeln und Kaiserschmarrn). Dass wir als Schweizer die meisten Kuhglocken abgeräumt haben und danach im Dorf bestens bekannt waren. Ich werde 2017 nicht mehr teilnehmen, da die Strecke für mich persönlich zu viele Bergabpassagen aufweist, die z.T. ziemlich steil und auf schwierigen Terrain zu bewältigen sind. Ich würde mich aber ev. doch durchringen und dann einfach die Variante "Sti" laufen :-)))))) Mario T. 13. Rang Kat. 5:30h: ... das ich vom Start bis km 37 mit Wikje den Lauf absolvieren durfte... weil ich auf dem Abstieg verhärtete Beinmuskeln hatte konnte ich dann leider nicht mehr mithalten ... gemeinsames Nachtessen nach dem Lauf ... alle erleichtert, gut drauf, lustige Sprüche ... Besuch der Weinbar in St. Anton bis nach Mitternacht ... und ein Laufgruppenmitglied uns erklärte dass er eigentlch geheiratet hat weil seine Kollegen auch geheiratet haben.... ;-)

Ich glaube wir haben eher gesagt dass wie jedes Jahr einen anderen Berglauf mit Rahmenprogramm machen - falls doch noch mal Arlberg - dann eher den 33er ohne den wahnsinnig steilen Abstieg am Schluss...
Danke Dir für das Zusammenführen von so guten Leuten - wirklich eine tolle Truppe !

Andrea VA 1. Rang Kat. 4:00h: Der ganze Lauf war für mich ein wunderbares, wunderschönes Erlebnis. Ich durfte jeden Kilometer geniessen und hatte schöne Begegnungen unterwegs. Der Zieleinlauf als ich Roger und unsere Supporter auf der Terrasse entdeckte. Das Zusammensitzen am Samstagabend im feinen Restaurant und in der schönen Weinbar.

1. Trainingslager in Monte Gordo, Portugal

Voller Vorfreude, Spannung und Erwartung und noch etwas müde trafen sich die beiden Trainer, acht Läufer und Läuferinnen und die beiden Mädels um sechs Uhr früh am Flughafen in Zürich. Nach ein paar wenigen Komplikationen beim Check-In starteten wir unsere Reise, jedoch mit Verspätung.
In Brüssel mussten wir umsteigen und wir wurden wegen der Verspätung bereits gefordert. Schnell wechselten wir zum nächsten Flugzeug, schoben noch kurz ein Pippi rein (die Damen) und riskierten die etwas bösen Blicke der anderen Fluggäste.
In Portugal sind wir gut gelandet, doch leider ohne unser Gepäck. Die Koffer waren nicht so schnell in Brüssel beim Umsteigen wie wir. Zum Glück befolgten alle den Ratschlag, ein Paar Laufschuhe ins Handgepäck zu packen. So konnten wir wenigstens trainieren.
Am Flughafen mieteten wir vier Autos für die Trainingswoche. Bestellt und nicht abgeholt warteten wir auf unsere Autos. Fritz kümmerte sich um diese, während wir etwas essen durften. Aufgeteilt auf die vier Fahrzeuge nahmen wir die etwa fünfzig minütige Fahrt in Angriff. Benno's Auto hat die Gruppe bereits nach zwei Minuten aus den Augen verloren. Dank dem Navigationsgerät fanden er und seine zwei Begleiterinnen dann doch noch den Weg zum Hotel in Monte Gordo. Es blieb auch nicht beim letzten Abstecher dieses Autos.
Gegen Abend fuhren wir nach Monta Rota und absolvierten den ersten Dauerlauf. Es war herrlich!!! Die Gruppen setzten sich wie folgt zusammen. Andy lief meistens alleine, Benno und Andrea wurden von Patricia oder Fritz begleitet, Gruppe Fanta4 und Florencia, welche alleine lief oder von Fritz begleitet wurde. Kurz vor Mitternacht erhielten wir unsere Koffer. Jedoch das Ehepaar Bütler musste sich noch bis Montagabend gedulden. Mit viel Humor bestanden sie die kofferlosen Tage. Zum Trost bot Fritz ihnen sein grosszügiges Zimmer an.
Am Montagmorgen fuhren wir nach Altura und absolvierten unser Crescendo Training bei Nieselregen. Es war traumhaft und kurzweilig. Nach einem feinen Mittagessen und einer Erholungspause führte Fritz uns in die Laufschule ein bei der Leichtathletikanlage. Hier wurden nicht nur unser Laufstil und unsere Beinmuskel trainiert sondern auch die Lachmuskeln. Es war zum Schreien!! Beim Auslaufen hat Rolf nochmals eine Übung vor uns demonstriert. Hier entstand Rolf hat den Wolf. Das Tüpfchen auf dem "i" war am Schluss die Fotosession mit der sympathischen, portugiesischen Marathonläuferin Ana Diaz.
Am Dienstagmorgen in der Früh durften wir mit Andy bei Sonnenaufgang und Vogelgezwitscher ein Stabyprogramm geniessen und anschliessend einen feinen Brunch. Am späteren Nachmittag fuhren wir zum Höhenweg und liefen eine 12km Strecke auf coupiertem Weg. Wir staunten immer wieder, wie leicht es lief und wie schnell die Trainings vorbeigingen. Gruppe Fanta4 war oft quirlig und plaudernd unterwegs. Unsere liebe Karin musste manchmal Rolf tadelnd bremsen, da er gerne etwas schnell losging.
Am Mittwoch fanden individuelle Trainings statt. Patricia lief am Vormittag 19km, begleitet von Fritz. Das Ehepaar Bütler gönnte sich einen ruhigen Dauerlauf im Wald mit Zwischenstopps zum Moos und Tannenzapfen sammeln. Karin und Florencia trafen sich auf dem Hometrainer im Fitnessraum. Rolf und Benno schwammen einen Kilometer im erfrischenden Meer zusammen, wobei Benno vom erfahrenen Rolf gleich einen Kurs erhielt. Andrea begleitete die beiden Herren, schon das Anziehen des engen Neoprenanzuges war ein Schauspiel. Nach dem Mittagessen war Erholung angesagt, weil am späteren Nachmittag Benno und Andrea, wieder mit Fritz, die 30km in Angriff nahmen. Das Training war wieder so gut organisiert, dass wir unterwegs die anderen Gruppen auf ihrem Dauerlauf zweimal kreuzen durften. Das tat gut, war die Strecke doch auch da ziemlich coupiert. Am Abend waren wir ziemlich erschöpft. Vor allem Fritz war sehr müde, denn er ist an diesem Tag 50km mit dem Fahrrad gefahren, coupiert, bei Wind und mit einem portugiesischem Nichtflyer.
Am Donnerstag trainierten alle individuell. Patricia absolvierte mit Fritz einen Dauerlauf. Fanta4 und Andy hatten Footing und Florencia wünschte, eine Pause einzulegen, denn am frühen Abend stand Bahntraining auf dem Programm. Benno und Andrea durften zwei Mal eine halbe Stunde Velofahren und dazwischen das Dolce Vita geniessen. Die Spannung und der Respekt auf das Bahntraining waren gross. Für jeden gab es 15 schnelle Runden mit Pausen dazwischen. Florencia absolvierte ihr Training ganz alleine, bewundernswert. Fanta4 lief zusammen in Gelb und wechselte sich in der Paceführung ab. Es war eine Freude, ihnen zuzuschauen. Andy erhielt ein sehr strenges Training und war gefordert. Am Ende des Trainings waren alle sehr stolz und happy, inklusive das Trainerteam Patricia und Fritz und auch die beiden anderen Laufgspändli, welche voller Freude viele Fotos schossen.
Am Schluss posierten wir noch für Fotos mit einer schwedischen Sportgruppe, welche auch in unserem Hotel weilte. Wir fragten uns während der ganzen Woche, wie sich diese grosse Gruppe wohl zusammensetzte und beobachteten uns gegenseitig. Mehr erwähnen wir jetzt da nicht, kann man diesen Bericht doch in der ganzen Welt lesen.
Am Freitagmorgen fuhren wir nochmals nach Altura für einen zügigen Dauerlauf. Florencia absolvierte ihr Training nach dem Bahntraining schneller als sonst. Tränen aus Rührung und Solidarität gab es von allen Seiten. Am Mittag starteten wir zu unserem Ausflug Richtung Albufeira. In einem feinen Fischrestaurant mit wunderschöner Aussicht auf das Meer durften wir unser Mittagessen geniessen. Von Pasta bis Sardinen oder Salate, alles wurde gegessen und Florencia und Benno teilten sich sogar ganz romantisch eine Fischplatte. Nach dem Mittagessen fuhren wir weiter zur einer wunderschönen Küste . An diesem fast romantischen und idyllischen Strand genossen wir ein Tasseli Pica.
Am Samstagmorgen gab es noch ein tolles Training im Regen mit wunderschönem Regenbogen bevor wir das schöne Monte Gordo wieder Richtung Heimat verliessen.
Wir erlebten eine schöne Zeit zusammen mit viel Witz und Humor untereinander und miteinander. Trotzdem lernten wir bald, bei Patricia und Fritz wird kein Witz gemacht, wenn es um den Sport geht. Somit wurden wir oft gefordert, wenn Patricia uns die Trainings durchgab und wir realisierten, dass es kein Witz war sondern Ernst.
Für uns alle wird es eine unvergessliche Woche bleiben, toporganisierte Trainings an verschiedenen Orten, harmonisches Hotel mit feinem Buffet, grosszügige Zimmer, super Wetter, eine tolle und friedliche Gruppe und das ohne Verletzungen. Es hat einfach alles gepasst und deshalb möchten wir Patricia und Fritz ganz ganz herzlich danken. Es schreit nach einer Wiederholung!!


Sempacherseelauf, 2. Kapitel

Obwohl ich letztes Jahr beim Sempacherseelauf gelitten habe, wollte ich es dieses Jahr wieder mit diesem schönen Lauf aufnehmen. Die abwechslungsreiche Strecke hat mir gut gefallen und zudem erhielt ich einen Gratisstart. Ich nahm mir vor, es etwas langsamer anzugehen, spürte ich doch den Marathon von Mitte April noch etwas in mir und zudem bin ich eine Morgenläuferin. Ich war gespannt, ob ich ohne mein Gspändli Kurt den Wettkampf laufen konnte, der hatte sich für die 10km Distanz entschieden. Ich freute mich also sehr auf den Pfingstsamstag.

Vor dem Start habe ich mich vor Dani hingestellt, welcher als Pacemaker die Pace für 1 Stunde 30 Minuten lief. Der Start ist mir gelungen, ich spürte aber, dass mir die Spritzigkeit etwas fehlte. Trotzdem fühlte ich mich gut. Nach etwa drei Kilometer gesellte sich ein Herr mit rotem T-Shirt neben mich. Am Anfang machte es mich etwas nervös, doch mit der Zeit merkte ich, dass er sich mir schön anpasste. So versuchte ich, davon zu profitieren. In Sempach angekommen, musste ich mich wieder auf mich konzentrieren. Das letzte Jahr verlor ich da die Energie und meinen Rythmus. Städtchen, starke Rechtskurve, starke Linkskurve, schmaler Naturweg, Wiese, Badi und Campingplatz und dazu noch schnell schauen, ob ich Kurt auf der Zielgerade sehe. Schwierige Passagen überstanden, Rythmus und Energie behalten, der nette Mann mit rotem T-Shirt hat mich verloren, schade. Nun schwebte ich im Flow und das nach 11km, ich bin also doch eher die Langstreckenläuferin. Ich entschied aber, die Pace zu behalten. Nun ging es Rauf und Runter und es lief nicht so schlecht. Nach 14km rief Jemand hinter mir: "nur noch 7km!". Ich realisierte, dass es Dani mit den gelben Ballonen war. Ich überlegte mir, dass er doch viel zu schnell unterwegs sei, was soll ich nun machen, ihn vorbeiziehen lassen oder mit ihm mitgehen. In diesen 20 Sekunden verlor ich ziemlich Energie. Schnell handeln, Durchatmen, mich auf meinen Rythmus konzentrieren. Doch bald realisierte ich, dass Dani mich mitziehen möchte. Ich überlegte, darf er das? Muss er nicht seine Pace einhalten? Dabei stellte ich fest, dass er keine Läufer mehr um sich hatte. Ich entschied mich, einfach Dani nachzurennen. Das gelang mir gut. Zugegeben, nach 18km wäre ich ohne Dani langsamer geworden. Ich hatte den Blick nur noch auf ihn gerichtet und rannte ihm hinterher. Er hat mich motiviert und ermuntert. Schlussendlich lief er mit 1.30:01 ins Ziel und ich mit 1.30:09. Er hat seine Aufgabe super gemacht und ich war happy mit meiner Endzeit. Vielen Dank Dani!! Ich konnte dieses Jahr den schönen Lauf geniessen und werde nächstes Jahr wieder dabei sein.

Andrea

Sempacherseelauf 2014


Gerne berichte ich über meine schönen Erlebnisse am Halbmarathon in Sempach.

Geplant war, dass ich versuche in der Gruppe von Reto mitzulaufen, welcher die Pace von 1 Stunde und 30 Minuten lief. Ich wusste jedoch, dass es schwierig für mich sein wird, da die halbe Strecke auf Naturstrassen war und es am See gerne windet.

Mein Schwager Andy hat mir angeboten, für mich das Tempo zu machen, da er selber keinen schnellen Halbmarathon laufen wollte. Anfangs mit gemischten Gefühlen nahm ich das lukrative Angebot an.

Das Wetter war warm, zu warm für mich. Der Start war wie immer schnell, doch wir liessen uns nicht beirren und sind die ersten 7 Kilometer angenehm angegangen. Es war herrlich, neben Andy herzulaufen und nicht auf die Uhr zu schauen.

Kurz vor Sempach hat sich Reto mit dem Ballon zu uns aufgeschlossen. Ich fühlte mich heimisch, umgeben von meinen Gspändli.

Nach Sempach winkte uns Benno als Zuschauer zu und Judith, welche auf ihr Staffelgspändli Margret wartete, feuerte uns bei Kilometer 10 an. Ab da liefen wir auf Naturstrassen.

Nach 13 Kilometer fühlte ich mich nicht mehr so frisch wie ein Rehlein. Ich spürte die bösen Naturstrassen, die erdrückende Wärme und den leichten Wind. Die Sonne schien direkt in mein Gesicht. Es kribbelte am ganzen Körper. Ab da lief ich nicht mehr neben Andy her sondern hinter ihm. Ich dachte ans Aufhören, lagen doch noch ganze 8 Kilometer vor mir. Trotzdem lief ich hinter Andy weiter.

Inzwischen lief Reto mit seinem Ballon an uns vorbei. Er munterte mich auf. Es tat sehr gut. Auch Andy passte super auf mich auf. Ich hatte keine Ahnung, ob wir langsamer wurden. Ahnte es aber, sonst wäre Reto nicht an uns vorbeigelaufen. Ich dachte einfach nur noch, das Ziel ist das Ziel. Dies kommunizierte ich auch Andy und ich schaute immer noch nicht auf die Uhr.
Andy bahnte mir den Weg, verpflegte mich mit Wasser und Schwämmen und munterte mich immer wieder auf. Manchmal dachte ich, was geht wohl in seinem Kopf durch (smile).

Nach 18 Kilometer hamsterte Andy Schwämme und Becher mit Wasser. Ich deckte mich ein und kühlte mich ab. Nach dieser Erfrischung rannte ich nur noch blindlings Andy hinterher. Ich hatte wieder Kraft, das fiese Kopfkino war vorbei.

Als ich auf der Zielgerade auf der grossen Uhr entdeckte, dass ich eine Zeit von 1 Stunde und 32 Minuten hatte, war ich sehr positiv überrascht und glücklich.

In diesem Moment dachte ich, ohne Andy hätte ich dies nicht geschafft. Doch heute weiss ich, was in einem steckt. Auch wenn Beine und Körper fit sind, der Kopf spielt auch eine grosse Rolle an einem Lauf.

Für mich war es ein Riesenerlebnis ! Einfach zu laufen, ohne auf die Uhr zu achten. Ich bin sofort dabei, wenn Andy wieder einen gemütlichen Halbmarathon laufen möchte.

Andrea

N.Y.C.-Marathon 2013 Doris Wallimann

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Wie schon vor einem Jahr machte ich mich am Donnerstagmorgen auf den Weg zum Flughafen. Dieses Jahr sah es nicht nach Sturm aus. Die Enttäuschung vom letzten Jahr war weit weg und ich freute mich einfach, dass es nun nach einer wiederum intensiven Trainingszeit endlich los ging. Um 5Uhr in der Früh klingelte am Sonntag mein Wecker. Wirklich gut geschlafen hatte ich nicht, da ich am Vorabend beim Treppensteigen meine (schon vor dem Abflug gereizte) Muskulatur an Knie und Hüfte merkte und recht unruhig war. Das erste was ich machte: Kleider anziehen und den Hotelflur auf- und abspringen. Wenn mich so jemand gesehen hätte. Aber es beruhigte mich - ich war schmerzfrei - und nun konnte ich mich, bepackt mit Starter-Bag, Wolldecke, Mätteli und Frühstück, auf den Weg zum Bustransport machen. Wie froh war ich, dass ich gleich Sibylle entdeckt habe, mit ihr die Reise ins Startgelände antreten und wenigstens ein Teil der Wartezeit verkürzen konnte. Die ganze Einteilung in Startblöcke und Corrals war perfekt organisiert, so dass man sich auch trotz der Grösse und eigener Nervosität sehr einfach im Gelände zu recht fand.

Mein Start erfolgte um 9.40Uhr. Da es platzmässig im Startgelände etwas eng war, wurde es ein Kaltstart. Während der Nationalhymne vor dem Start hatte ich bereits das erste Mal Hühnerhaut (und das nicht wegen der Kälte!!) und feuchte Augen. Die Euphorie aller Läufer merkte man extrem. Und schon wurden wir auf die Reise geschickt. Ein zeitliches Ziel hatte ich mir keines gesetzt. Ich wollte den Marathon durch die Strassen von NY einfach geniessen können. Nach ca. 300m hatte ich meinen ersten Dämpfer: Bei jedem Schritt merkte ich einen Schlag in der linken Hüfte und einen Stich ins Knie. Ich behielt einen kühlen Kopf, schaltete einen Gang runter und hoffte, dass sich dieses Problem löst, wenn mein Körper richtig warmgelaufen ist. Bei Kilometer 5 war dies dann der Fall. Ab diesem Moment konnte ich es so richtig geniessen: Diese Stimmung am Strassenrand und auf der Laufstrecke. Die Zuschauer jubelten uns zu, schrien, hielten Plakate in die Höhe und streckten uns ihre Hände entgegen. Überall hörte man Musik - ein einziges Festival. Teilweise hätte ich am liebsten angehalten und mitgefeiert. Sehr beeindruckend fand ich die unterschiedlichen Viertel/Stadtteile, die wir durchliefen. Die Läufer feierten sich selbst und genossen die Stimmung sichtlich. Ich hatte über die 26 Meilen immer das Gefühl, meinen Namen zu hören. Ich war dann sehr überrascht, dass ich trotz den vielen Menschen meinen Freund Marco zwischen Meile 16 und 17 unter den Zuschauern sah und vor allem hörte. Ich war in diesem Moment so glücklich, sodass ich auch gar nicht gegen Tränen angekämpft habe :-) (Im Ziel hat mir dann aber auch Marco gesagt, dass er im Augenblick, als er schon von weitem mein gelbes Shirt sah, so stolz auf mich war und auch er eine Träne wegwischen musste. :-) )

Die zweite Hälfte war sehr streng für mich. All diese Brücken verteilt über den ganzen Marathon mit den anstrengenden, konstanten Steigungen, dem Gegenwind und ab km 30 dann wieder meine Muskulatur. Auch in den Strassen von Manhattan und Bronx wurde ich von der Stimmung am Strassenrand getragen. Als ich das Empire State Building im Blickfeld hatte, war ich für mich auf dem Weg nach Hause und wusste: Nun kommen keine Brücken mehr. Die letzte Meile vor dem Central Park forderte dann noch einmal einiges: Eine endlos scheinende Steigung.

Beim Eingang des Cental Parks sah ich dann das erste Mal bewusst auf meine Uhr. Der erste Schock, dass es noch immer 3km bis ins Ziel sind flachte etwas ab als ich bemerkte, dass ich zeitlich gut unterwegs war. Marco im Park zu sehen und hören gab mir nochmals Kraft, durchzubeissen. Meine Uhr stoppte nach 3:04:33. "Good Job", wie ich es immer wieder hörte auf der Strecke. In diesem Moment war mir jedoch nicht bewusst, dass ich gerade meine neue persönliche Bestzeit gelaufen bin! (Danke Dani F. für die Info per Facebook. :-) ) Meine Freudentränen musste ich noch etwas zurückhalten, da mich hinter der Ziellinie alle 2 Meter das medizinische Personal fragte, ob es mir nicht gut gehe und ich Hilfe brauche. Ich war doch nur GLÜCKLICH! Bis heute denke ich täglich an dieses Erlebnis und diese Stimmung. Das Hochgefühl hält an und überdeckt die immer noch vorhandenen Wehwehchen..



N.Y.C.-Marathon 2013 von Sibylle Kunz

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Jetzt sind es zwar schon mehr als 3 Wochen her, seit ich den NYC Marathon gelaufen bin, jedoch denke ich noch täglich an diesen einmaligen, sehr speziellen Event.

Seit ich mit dem Laufsport begonnen habe vor rund 7 Jahren, habe ich mir zum Ziel gesetzt, einmal in NY an den Start zu gehen. Und dieses Jahr war es nun soweit!

Als ich dann frühmorgens mit dem Bus zum Startgelände fuhr, konnte ich es kaum fassen, dass dieser Tag heute gekommen ist und mein lang gehegter Traum Wirklichkeit wurde. Zwar fühlte ich mich körperlich nicht ganz so fit, freute mich aber dennoch auf alles, was mich da erwarten sollte.

Zum Startgelände fuhr ich mit Doris Wallimann im gleichen Bus. Beim Aussteigen haben wir beide über die enorme Menge an weggeworfenen resp. von den Sicherheitskräften weggenommen Dingen, wie Wolldecken, Matten, Kartons und Zeitungen gestaunt. Im Startgelände drin habe ich mich auf die mit Stroh bedeckte Wiese gesetzt und versucht, noch eine Kleinigkeit zu essen. Plötzlich habe ich mich etwas einsam gefühlt in all den tausenden von Läuferinnen und Läufern. Doch auf einmal hörte ich eine Stimme hinter mir, drehte mich um und sah Doris Schwarz mit ihrem Mann! Was für ein Zufall! Schön, dass ich meine Laufgspändli getroffen habe, das gab mir ein etwas "heimisches" Gefühl.

Der Startschuss erfolgte und ich nahm die erste von den fünf Brücken in Angriff. Mir wurde schon bald klar, dass es tatsächlich eine anspruchsvolle Strecke war und vor allem bei diesem Marathon der Weg das Ziel ist. Ich sog die kreischende Menschenmasse, die laute Musik und die abwechslungsreichen Streckenabschnitte regelrecht auf. Ich sah die Dame in Pink mit ihrem Schosshündchen mit pinkem Mäntelchen am Strassenrand. Ich klatsche die Hände vieler lachender Kinder ab. Ich las auf den T-Shirts von Läufern, dass sie für die beste Mutter, für den verstorbenen Sohn oder einen guten Freund laufen.

Das alles hat mir geholfen, die Strecke zu bewältigen. Da ich mich ja zu Beginn schon etwas unwohl fühlte, wurde es Kilometer für Kilometer schwieriger. Ich musste mich regelrecht ins Ziel kämpfen. Aber es hat sich gelohnt, nebst der Medaille (sie ist selbstverständlich etwas grösser, als alle anderen Medaillen, die ich bisher bekommen habe;-)) und diversen anderen Andenken an den Marathon, nahm ich ein wirklich unvergessliches, verrücktes und emotionales Erlebnis mit nach Hause.

N.Y.C.-Marathon 2013 von Doris Schwarz

Frühmorgens um 6 Uhr brachte uns der Car ins Startgelände. Nur schon dieser Tagesbeginn war aussergewöhnlich: Dutzende von anderen Cars mit Läufern fuhren Richtung Verrazano-Bridge um ins Startgelände zu kommen. Unser Start war für 10.30 Uhr geplant.

Über 3 Stunden warteten wir in der grosszügig angelegten Anlage um dem Startschuss auf der Verrazano-Brücke zu erleben. Das Unglaubliche: Inmitten von tausenden von LäuferInnen sass direkt vor uns Sybille Kunz! Hätten wir uns abgesprochen, wäre es kaum gelungen uns zu treffen!
Die kühlen Temperaturen verlangten, sich in den folgenden drei Stunden warm zu halten und mit Essen die nötige Energie bereit zu stellen. Da sah man doch Einiges was amüsierte: Läufer in Bademäntel, uralten Kleidern aus vergangenen Jahren und andere witzige Umhüllungen erfüllten ihren Zweck. Tonnen davon blieben zurück, diese kamen gemäss Veranstalter immerhin karitativen Zwecken zugute.

Nach einer nicht ganz unbedeutenden Drängelaktion aus dem letzten Coral (so wurden die Stationen genannt, welche die Läufer der Brücke immer eine Stück näher brachten) ging es endlich, endlich los: Frank Sinatra begleitete uns zum Start mit seinem legendären "New York, New York" - Hühnerhautfeeling!
Was wir nachher erlebten an Eindrücken hat doch unsere kühnsten Vorstellungen übertroffen: Mehrreihige Zuschauer beidseits den breiten Strassen, Rockbands mit Bassgedröhne welche das Ohr nur unbeschadet übersteht, wenn man schnell wieder weg ist, kreischende Amis,. einfach unglaublich!!! Es kam soweit, dass wir es richtig genossen wenn für kurze Zeit etwas Ruhe einkehrte. Dies war z.B. im Judenquartier der Fall. Die fünf Stadtquartiere New Yorks zu durchlaufen und aus der Marathonperspektive zu erleben war doch ein sehr aussergewöhnliches Erlebnis. Ich lief stets ganz nahe am Strassenrand um den jubelnden Zuschauern nahe zu sein. Ich klatschte dutzende von Händen ab, nahm Brownies, Bananen und Orangenschnitze dankend an. Sage und schreibe 42km Party-Feeling begleitete mich! Für die New Yorker Bevölkerung ist der Marathon ein Volksfest. Was uns zudem beeindruckte, waren die vielen Läuferinnen und Läufer mit einer Behinderung: Mit Bein- oder Armprothesen absolvierten diese Menschen eine absolute Meisterleistung! Sie wurden besonders angespornt, nicht nur von den Zuschauern, sonder auch die Läuferschar zeigte ungehemmt ihre Anerkennung.

Peters Knie schmerzte bereits kurz nach der Halbmarathondistanz. Die Schmerzen zwangen ihn dazu, das Tempo zu verlangsamen. Ich wurde meiner Rolle gerecht wie vorgängig abgesprochen: Wasserträgerin, Fotografin, Mutmacherin und nicht zuletzt Spitex-Schwester (Bezeichnung von Peter.). Es war nicht zu übersehen wie er litt und doch den Marathon durchzog ohne einen Schritt zu gehen. Ich bewundere seinen Ehrgeiz, sein Wille und Durchhaltevermögen!

Kurz vor dem Zieleinlauf in den Central Park stand mein Sohn Marco mit seinen Kollegen. Er schoss das Bild von mir. Peter war es nicht mehr möglich anzuhalten für ein gemeinsames Bild. Erfahrene Läufer wissen weshalb nach so vielen Laufkilometern... Er zog es durch bis ins Ziel: In 4:39h haben wir dieses erreicht. Für beide ein grossartiges Erlebnis. Unser Hochzeitsgeschenk. Für mich der 26. Marathon, der erste im Ausland. Für Peter der erste, einzige und letzte!

Patricia hat mit ihrem Trainingsplan für Peter einen wesentlichen Teil zum guten Gelingen von diesem Anlass beigetragen - ganz herzlichen Dank liebe Patricia!!!

Eindrücke von diesem grossartigen Erlebnis:
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Peter in drei verschiedenen Phasen eines Marathonfinishers.
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Der etwas andere Erlebnisbericht:






Nach mehreren Tagen hoffen und bangen stand ich nun mit meinem Freund am Donnerstag aufgeregt in Zürich am Flughafen. Der Marathon soll trotz Sturm Sandy durchgeführt werden. Mit fast leerem Koffer, jedoch mit einem persönlichen Rucksäckchen voll gefüllt mit vielen Trainingsstunden und mit einem ruhigen, zuversichtlichen Gefühl für diesen Lauf, konnte meine Reise nun starten. Dennoch war es für uns ungewiss, was uns in dieser Stadt nach dem Sturm erwartet. Die Bilder aus Fernsehen und Zeitungen waren schockierend.

Die Ankunft bestätigte jedoch die Einschätzung des Veranstalters: Der Marathon wird durchgeführt. Die Laufstrecke ist vom Unwetter nicht betroffen. Die Geschäfte und Hotels waren ab 33Street geöffnet, die Strassen darunter hatten keinen Strom. Freitag/Samstag kehrte, so schien es für uns Touristen, dann grösstenteils Normalität ein, auch die U-Bahn fuhr wieder.

Am Freitag stand dann das Abholen der Startnummer auf dem Programm. Um Zutritt zur Ausgabe zu erhalten, musste man eine Passkontrolle durchlaufen. Die Warteschlange war bereits am Morgen schon riesig, sodass man dort schon fast einen Marathon zurücklegen musste, um überhaupt bei dieser Passkontrolle anzukommen. Nach gefühlten Stunden stand ich dann also bei meinem Posten, erhielt das Starter-Paket, wurde weitergeschupst zum Stand der T-Shirt-Ausgabe und von dort in eine grosse Messehalle. Ich wollte nur noch nach draussen: All diese Leute drängten sich an die Verkaufsstände verschiedenster Sportausstatter, um sich Kleidungsstücke mit dem Marathon-Logo zu sichern. Ich jedoch war einfach glücklich über mein Starter-Paket - ich war bereit für den Marathon!!!

Vor dem Abendessen wollte ich mich im Hotelzimmer noch kurz ausruhen und erfuhr dann per Zufall von einer Kollegin über Facebook, dass der Marathon nicht stattfindet. Anfangs dachte ich an einen Scherz, rief im Internet diverse Zeitungen auf und bekam dann x-fach die Bestätigung... Ich war geschockt. Für mich fiel meine kleine Welt zusammen. Meine Gefühle wechselten von Traurigkeit zu Wut, Frustration und Unverständnis. Nicht, dass ich die Entscheidung über die Absage nicht verstanden hätte, sondern der späte Zeitpunkt konnte und kann ich immer noch nicht verstehen. Es dauerte dann auch einige Tage, bis mir bewusst wurde, dass der Tag X, auf den ich lange gewartet und hingearbeitet habe, nicht kommen wird... Dass sich das grosse Ziel vom New York Marathon nicht erfüllen wird…Die Enttäuschung war riesig und es gab viele Tränen, die getrocknet werden mussten... Meine Laufschuhe blieben im Koffer liegen. Ich konnte mich nicht überwinden, bei organisierten Footings im Central Park mitzulaufen...

Die Tage in New York konnte ich dann doch noch zu geniessen. Meine 3 Begleiter lenkten mich mit Sightseeing, Besuch im Musical, fein essen und natürlich mit Shopping ab. ;-)

Wenn diese Marathon-Reise schon schief läuft, dann doch richtig... Unser geplanter Rückflug am Mittwoch wurde wegen eines Wintersturms nicht durchgeführt. Wieder stellten wir uns auf Schlimmes ein... Jedoch erwartete uns auch am Donnerstag, nach mehreren Stunden starkem Schneefall, wieder schönstes Wetter (wie auch alle Tage zuvor) mit Sonnenschein und blauem Himmel. Aber auch der Flug am Donnerstag wurde abgesagt. Also kamen wir am Samstag mit 2 Tagen Verspätung - mit gut gefülltem Koffer ;-) - in Zürich an.

Doris Wallimann



Der Kälte getrotzt und durchs KKL geflogen...

Eine spezielle, winterliche Stimmung herrschte an der 6. Austragung des Lucerne Marathon.

Am Start war ich froh, ein bisschen menschliche Wärme der anderen Läufer zu spüren.

Nach dem Startschuss konzentrierte ich mich nur darauf, das Rennen nicht zu schnell anzugehen. Das gelang mir optimal. Dass viele Läufer an mir vorbei zogen, blendete ich aus. Bis km 5 kam mir das Tempo extrem langsam vor. Ich fragte mich, warum mir ein Tempo von 3:50 im Training schnell und im Rennen langsam vorkommt. Im Verlaufe des Rennens konnte ich meine Pace kontinuierlich steigern. Das motivierte mich ungemein. Im Schneetreiben rannte ich fast in Trance von Horb her Richtung Allmend. Ich begann die Zeit zu vergessen, konnte nur noch überholen, was mich zusätzlich antrieb. In der Passage durch das KKL überkam mich ein Glücksgefühl sondergleichen! Ich breitete die Arme aus und flog buchstäblich durch die Menschenmassen. Dieses Gefühl hielt bis zur Hofkirche an. Ich hätte schreien können!

Die letzten zwei Kilometer auf der Haldenstrasse waren noch einmal eine Herausforderung. Ich erreichte das Ziel in 1:20:36 und war überglücklich, meine persönlichen Ziele erreicht und der Kälte getrotzt zu haben.

Die vielen Eindrücke hielten über Wochen an.
Luzern ist der persönlichste und herzlichste Laufanlass, den ich kenne. Die Zuschauer sind dank der Fasnacht kälteerprobt und verstehen es auch bei widrigsten Verhältnissen Stimmung zu machen. Danke Luzern, danke allen Helferinnen und Helfern, dem OK-Team und dem kernigen Luzerner Völkchen. Ich werde nächstes Jahr garantiert wieder in Luzern dabei sein.

Daniel Foellmi



Marathon in Begrenz

Mein Marathon Erlebnis verlief, abgesehen von Kleinigkeiten erfolgreich.
Meine Nervosität machte sich einige Tage vor dem Marathon bereits bemerkbar. Fragen wie: "Schaffe ich dass, was esse ich bloss am besten, macht mein Magen diese Belastung mit, finde ich mich im Startgelände zurecht...?", beschäftigten mich.
Da sich meine GPS Uhr ausgerechnet am Samstag Abend nicht mehr aufladen liess, absolvierte ich den Marathon lediglich mit einer Stoppuhr. Ich hatte jedoch dabei ein ungutes Gefühl und Angst davor, den Marathon zu langsam anzugehen. Also habe ich versucht der 1:30 Halbmarathon Fahne zu folgen. So lief mir die erste Hälfte im strömenden Regen sehr gut. Ich gewann Sicherheit, lief locker, wusste jedoch, dass ich etwas zu schnell unterwegs bin und dies möglicherweise in der zweiten Hälfte büssen muss.Dummerweise lief ich bei einer Verzweigung den Halbmarathonläufern nach, stellte jedoch glücklicherweise nach wenigen Sekunden fest, dass die Marathonstrecke in die andere Richtung geht. Ich kehrte um und versuchte meinem bisherigen Grüppchen zu folgen. Als mir das Publikum immer wieder Aufmerksamkeit schenkte, mich anfeuerte und mir sagte, dass ich die vierte Frau bin, konnte mich nichts mehr aufhalten und insgeheim dachte ich mir, dass vielleicht sogar eine Zeit unter 3h möglich sein könnte. Nach 30 km hatte ich jedoch zu kämpfen und ich spürte, dass ich immer langsamer wurde. Trotzdem fühlte ich mich noch ziemlich gut und war zuversichtlich. Ich konnte immer noch einige Läufer überholen und mein Tempo einigermassen halten. Meine Familie und mein Partner Remo trugen mich mit ihrem Applaus dem Ziel entgegen und überglücklich lief ich im Stadion in Bregenz ein. Als Viertplatzierte durfte ich bei den Eliten duschen, damit ich rechtzeitig zur Siegerehrung anwesend bin. Es war mir klar, dass ich weit von den Zeiten der Erstplatzierten entfernt bin und fühlte mich etwas unwohl in der Garderobe unter den vielen dunkelhäutigen, schnellen Läufern. Ich war froh, eine weitere Schweizern, die Drittplatzierte, anzutreffen. Bei der Siegerehrung neben dem Podest kam ich mir zwischen den Blumen etwas verloren vor. Es erfüllte mich jedoch mit Glück, Stolz und Dankbarkeit, dass es mir so gut gelaufen ist. Dass ich dazu auch noch 500 Euro gewonnen habe, war das "Tüpfchen auf dem i".

Nochmals vielen, herzlichen Dank für deine super Unterstützung Patricia. Es ist schon bemerkenswert, dass ich die dem Trainingsplan entsprechende Zielzeit bis auf wenige Sekunden erreichen konnte. Das spricht sehr für dich und deine Erfahrung.
Erstaunlicherweise hielt sich mein Muskelkater in Grenzen, so dass ich mein Training bereits wieder in lockerem Tempo aufnehmen konnte.

Tanja



Ironman Europameisterschaft 2011

Erlebnisbericht von Daniel Hänny

Die Vorbereitung:
Im letzten Herbst schloss ich die Sommeraison 2010 mit dem Luzern Marathon ab, 3h27 zeigte die Uhr im Ziel und ich kam zur Erkentnis, dass meine Vorderfusstechnik ab km 30 definitiv versagt und dass etwas gedämpftere Schuhe vorteilhafter wären. Nach 3 Wochen Pause beginne ich das Training auf den Ironman. Jedes Training wird im Logbuch (EXCEL) ingenieurmässig festgehalten. Im Winter mache ich bis zu 6-stündige, langsame Trainings auf den Langlaufskis und erstmals trainiere ich im Winter neben dem Langlauf auch Velo auf der Rolle und Jogging auf dem neuen Laufband. Im Februar 11 nehme ich am Gommerlauf-Kombi teil, Sa, 21 km klassisch, So, 30 km freie Technik. Beide Rennen total verwachsen, am Sa. den Klister nicht abgedeckt, doch am So. kams bei Regen ohne Struktur im Belag noch schlimmer. Ich war so langsam, dass ich in Obergesteln die Kappe soweit wie möglich nach unten zog und die Brille aufsetzte. Doch schon rief Kurt von Konis Shop, "Hopp Dani !" , ich hätte im Schnee versinken können, denn immerhin war ich am Gommer in der freien Technik schon 64. "overall 1‘200 Men", worauf ich fast ein wenig stolz bin. Den Engadiner 14 Tage später breche ich nach 15 km ab, ich fühlte mich nicht wie gewohnt, und am nächsten Tag habe ich Fieber. Ist ja alles egal, denke ich, ich habe ja ein ganz anderes Ziel vor Augen.

Ab März dann immer mehr Training, jetzt auch mit Schwimmen. Luzia lässt sich - so lieb von ihr - darauf ein, es ist ja ein einmaliges Projekt, habe ich freiwillig versprochen. Oftmals 2 x am Tag Training, am Wochenende immer am Sa. und So. Vormittag- bei jedem Wetter. Pro Woche kommen so 8-15h zusammen. Auf das Windsurfen habe ich verzichten müssen und Familie, Haus und Garten kommen phasenweise eindeutig zu kurz. Im Mai dann neue Laufschuhe - erstmals mit leichter Innenunterstützung nach sog. professioneller Fussanalyse - so ein Quatsch - 2 x 15 km Training damit, und dann Sehnenansatz-Probleme: 3 Wochen Pause mit Laufen, Physio, danach langsam wieder steigern - wieder mit neutralen Schuhen. Es geht wieder - super. Ende Juni bin ich total bereit, Christoph kommt als Coach mit nach Frankfurt - das nenne ich einen Freund.

Den Renntag beginne ich nach gutem Schlaf um 4:15 Uhr beim Morgenessen mit einem Teilnehmer aus Italien. Um 05:30 Uhr sind wir im Startgelände.
4‘800 km auf dem Velo, 800 km Laufen und 90 km Schwimmen seit letztem Oktober: das sollte reichen, sage ich mir vor dem Start. Alles ist bereit. Die Anspannung ist völlig weg, ich freue mich auf das Rennen.

Das Rennen
Schwimmen 3.8 km: Der erste km war eng, 2‘700 Schwimmer (Age-Groupers) starten gleichzeitig. Das Schwimmen lief gut, gleiches Tempo wie im Training, fühle mich danach wie vor dem Start. Es beginnt zu regnen. 13 °C.

Auf dem Velo:
Alle 180 km sind für den Verkehr vollständig gesperrt. Auf der linken Fahrbahn fahren zu dürfen ist schon ungewöhnlich. Nach 90 km: 2h45 Min - wie im Training - stelle ich zufrieden fest, Windschattenfahren geht zum Glück nicht, überall scharfe Schiris, so ist es fair, es regnet z.T. stark, keine Panne, ab km 120 bis ins Ziel Seiten- und Gegenwind mit bis 50 km/h, es ist saukalt. Wir fahren nur noch mit 23 km/h bergab, Halten am Triathlon Lenker unmöglich bei dem Wind. Zum Glück habe ich allerlei wärmendes unter dem Trickot und Neopren Überzüge an den Schuhen.

Den Marathon gehe ich langsam an, km 3: unglaublicher Luxus: Christoph steht bereit mit Brot und meinem gewohnten Getränk. Ab der Hälfte dann schneller war mein Ziel, doch dann war ich auch so zufrieden und lies das Tempo wie es war, km 25: Pfannkuchen danach Durchfall , es folgten 3 schnellere km bis zum nächsten WC, Problem gelöst (offenbar war ich nicht der Einzige, das WC war extrem frequentiert und super verschissen). Jetzt locker bis ins Ziel war die Devise, ab jetzt ist jeder Meter Rekord, denke ich, denn mein Trainings-Ironman vor 2 Jahren endete mangels Publikum und Getränken 15 km vor dem Ziel. 3 km vor dem Ziel spreche ich mit einem Mexikaner, der eben erst die Laufstrecke in Angriff nahm.
Im Ziel:
Die Helfer sind sehr bemüht, bringen Wärmedecken, überall stehen Mediziner. Zum Glück brauche ich die nicht. Christoph ist da und macht dieses Foto unmittelbar nach dem Einlauf. Dann kurz ruhen, Tränen sind nahe, die Mediziner stehen gleich da und wollen mich wegtragen, es geht mir ausgezeichnet sage ich denen, ich bin einfach nur glücklich. Dann geht‘s zum Fotoshooting, zur Dusche mit nichts als Dampf, fast alle haben die Medaille zum Duschen nicht abgezogen. Dann ein Bier. Die Deutschen Triathleten essen Würste dazu. Draussen wartet der völlig durchnässte Christoph, zum Glück ist er da, wir fahren zurück nach Hünenberg. Auf dem Heimweg habe ich ihm meine uneingeschränkten Helferdienste für den 100 km Lauf von Biel angeboten, den er ins Auge fasst. Und ich bin Gotten froh, dass er anstelle von mir diesen Laufen will !
Um 01:30 Uhr sind wir zuhause, Luzia und die Kinder haben schöne Überraschungen bereit. Noch kurz etwas essen, und dann schlafen. Morgen früh geht’s mit all meinen Lieben nach Sardinien. Es ist einfach schön so.

Erlebnisbericht von Daniel Hänny



Berglauf (uphill / steil) vs. Marathon (flach)

Philipp läuft schon seit ein paar Jahren Marathon. Seine Bestzeit liegt bei 2:41h. Seit gut 2 Jahren nimmt er regelmässig an Bergläufen teil. Philipp beschreibt uns den Unterschied zwischen den beiden Läufen...




























Berglauf (uphill / steil) vs. Marathon (flach)

Denkt man an das Joggen oder auch das schnellere Rennen, stellt man sich dies meist auf flachen Strecken, über einen Feldweg oder vielleicht im Wald vor. Sobald man sich genügend fit findet, kann man sich auch mit anderen Läufern an einem Wettkampf messen.
Die richtig gefühlvollen Läufe sind für mich, die längeren Wettkämpfe, dann wenn man seinen Körper wirklich an die Grenzen bringen kann. Dabei können möglicherweise flache Strassen-, Feld- oder Waldwegwettkämpfe teilweise auch mal fast monoton wirken. Hingegen bietet natürlich ein Berglauf meistens mehr mit einem Start im Tal / Dorf, dann bis zur Baumgrenze teilweise im Wald und anschliessend die alpinen Wege. Ist man da eine Stunde oder auch einiges länger unterwegs und belastet seinen Körper, so ist das Gefühl im Ziel dementsprechend schöner. Bezüglich der Atmosphäre im Ziel gibt es jedoch wiederum sehr viele verschiedene Arten.
An einem Stadtlauf ist es im Zielgelände meist relativ eng und man wird als Läufer teilweise sogar angewiesen, den Zielbereich möglichst schnell zu verlassen, damit die folgenden Läufer auch ihren Platz haben. Dies ist vielleicht schon anders, wenn man einen Marathon (42.195 km) absolviert und dann zu den schnelleren Athleten zählt und dadurch im Ziel auch noch viel Platz hat.
Persönlich für mich ist jedoch die Atmosphäre im Zielbereich eines Berglaufs das Highlight. Es gibt jedoch auch da grosse Unterschiede. Beispielsweise kann es da im Zielbereich zu einem unverhofften Treffen zwischen Athleten und asiatischen Touristen kommen. Erlebt habe ich dies auf unserer nahen Königin der Berge der Rigi. Da hätten sich auch gerne die asiatischen Touristen am Verpflegungsstand für die Athleten bedient. Es gibt jedoch auch andere Bergläufe, da ist das Ziel nur zu Fuss erreichbar und folglich trifft man dort dann auch nur wenige Zuschauer an. Dafür können dort die Athleten untereinander ihre Lauferlebnisse austauschen und dies natürlich meist bei einer grandiosen Aussicht.
Für mich wird der Marathon die "Königsdisziplin" bleiben, dabei kann man sich auch wirklich unter ähnlichen Bedingungen mit anderen Athleten messen und vergleichen. Die Bergläufe (beispielsweise von der Zentralschweizermeisterschaft berglauf.ch) bieten jedoch fast die schöneren Lauferlebnisse. Es starten jeweils zwischen 150 bis 350 Athleten, dadurch ist dies eher ein grosses Familienfest im Unterschied zu grossen Laufevents in Städten, welche einfach ein riesiger Massenevent sind.

Philipp Arnold August 2012



Berichte der Marathon Team Schweizer Meister

So fühlte ich mich vor dem Marathon;
Da ich seit 4 Jahren fast an jeder "Hundsverlochete" starte bin ich eigentlich nie nervös auf einen Wettkampf hin und kann auch miserabel vorbereitet mit gutem Gefühl und angepasstem Tempo loslaufen. Allerdings bei den Marathons ist das jeweils immer ganz anders und ich bin nun doch auch schon 7 Mal die 42.195Km gelaufen. Nach den vielen Wochen Vorbereitung sitze ich jeweils die letzte Woche vor dem Anlass regelrecht auf Nadeln und kann es kaum erwarten bis am Tag x endlich der Startschuss fällt. Dieses Mal nahm ich bewusst noch genau eine Woche vor dem Start einen neuen Anlauf als Nichtraucher in Angriff und war die ganze Woche entsprechend doppelt dünnhäutig. Da ich jedoch eine ziemlich intensive Arbeitswoche hatte, kam ich gar nie gross ins Grübeln und es wurde schnell Sonntag in der frühe.

So fühlte ich mich während dem Marathon:
All die gefühlten Wehwechen und Bobochen die Woche durch waren am Sonntag in der Frühe wie weggeblasen. Wie üblich war ich etwas spät dran und startete ohne einzulaufen gutgelaunt und wie gewöhnlich etwas zu schnell. Nach Kilometer drei fing es heftig zu regnen an und meine guten Vorsätze, das Rennen im ersten Drittel verhalten mit 4:40 anzugehen, waren bereits schon vom Winde verweht. das Sauwetter nahm seinen Lauf und ich freute mich, ob der motivierenden Zurufe vom Strassenrand. Hörte fortan nur noch auf die innere Uhr und schaute erst bei der Halbmarathonmarke wieder auf mein Handgelenk. Gut 1:35h und ich fühlte mich sehr gut. Hatte einen regelmässigen, für meine Verhältnisse jedoch hohen Rhythmus gefunden, kurz gesagt es rollte optimal. Bei Kilometer 35 machten sich mein Fersensporn und die rechte Wadenmuskulatur mit schmerzend bemerkbar. Das Tempo war im letzten Drittel ein wenig zusammen gebrochen und auf den letzten 3 oder 4 Kilometern musste ich dann definitiv die Komfortzone verlassen, um meine PB noch um einige Sekunden zu verbessern.

So fühlte ich mich nach dem Marathon;
Unmittelbar nach einem Marathon habe ich in der Regel nur zwei Bedürfnisse abzudecken, nämlich möglichst bald, warm und ausgiebig duschen und dann schnurstracks Richtung Grillstand. Zuerst einen Hamburger und anschliessend eine Bratwurst verzehren. Hätte ich nicht in der Garderobe noch Philipp angetroffen wäre ich nach der Sättigung meiner Salzgelüste und in Anbetracht der neuen Regengüsse heimwärts gereist. Doch so traf ich mich noch mit Philipp bei den Siegerehrungen für die SM. Ich hatte keinerlei Erwartungen und wurde nach einer Stunde herumstehen auf den schmerzenden Füssen und einem etwas nervigen Moderator dann allmählich auch etwas staubig. Allerdings schaute dann umso verdutzter aus der Wäsche als der TV Cham als Schweizermeisterteam aufgerufen wurde. Dass ich noch mal mit meinen alten Knochen auf ein Schweizermeister Podest raufklettern muss, wer hätte das gedacht .........;--)) nun, ich ganz bestimmt nicht! Dieser 22. April wird mir in bester Erinnerung bleiben und die herzliche Unterstützung von vielen Mitgliedern der Laufgruppe Cham neben und auf der Strecke war sehr motivierend und eine echte Bereicherung.

Benno



so fühlte ich mich vor:
Meinen letzter richtigen Longrun machte ich 6 Wochen vor dem Marathon. Der Grund dafür war ein relativ ausgeplantes Programm Kerzerslauf 15km 17. März und anschliessend Wöchentlich am Samstag an der Zuger-Trophy in Steinhausen eine schnelle Einheit, wobei ich trotzdem jeweils am Sonntag nach dem schnellen Samstag eine Ausdauereinheit eingeplant hatte. Zwei Wochen vor dem Marathon stand eine 8.4km Runde auf der Zuger-Trophy auf dem Programm und eine Woche vor dem Marathon nur noch die Kurzstrecke der Zuger-Trophy 2.8km dafür sehr schnell, bei beiden Strecken konnte ich mich zum Vorjahr verbessern. Im Abschlusstraining am Dienstag vor dem Marathon bin ich 5km auf der Bahn gelaufen und dies in einem optimistischen Tempo. Zwischen all diesen Einheiten fanden meist täglich kleinere Rennrunden auf dem Programm. Ich fühlte mich eigentlich immer sehr gut und dies war auch am Start des Marathons in Zürich noch so. Jedoch war ich mir bewusst, dass ich das Wintertraining anders durchgeführt habe, wobei ich nicht viele Laufeinheiten von über 25km absolviert habe. Um meinen Körper nach drei Wintern mit Problemen und Einschränkungen im Training zu schonen habe ich Alternativen zum Ausdauerrunning gesucht. Folglich habe ich Rennvelotouren und Inlineskatingtouren von 1.5 bis 2.5 Stunden unternommen.

kurz vor und während:
Ich habe mich kurz vor dem Start entschieden ohne Ärmlinge und somit nur mit dem ärmellosen Vereinsleibchen zu laufen. Dafür habe ich auch in der Schulterregion ein wärmendes Fluid eingerieben, wie ich dies zum zusätzlichen Aufwärmen auch an meinen Beinen verwende. Anschliessend bin ich bei Sonnenschein zum Start gelaufen/joggt. Die ersten 5km waren sehr angenehm zu laufen und ich musste mich im Tempo eher drosseln, damit ich nicht noch schneller laufe. Ab etwa km8 begann es mit dem Regen, welcher fast sinnflutartig wurde. Dies war genau dies, was ich nicht wollte. Als ich dann etwa bei km10 die Startlinie wieder überquerte um nur endlich Richtung Meilen zu laufen, war mein Laufshirt schon unangenehm nass, klebte am Körper und auch meine Stimmung war ein wenig Angeschlagen. Die Strecke von der Seebrücke bis nach Meilen zog sich in die Länge und ich habe zweimal die Schiffshuttle Stationen an der Laufstrecke wahrgenommen und hätte eigentlich lieber gleich das Schiff genommen und hätte aufgegeben... aber ich wusste, dass ich eigentlich immer noch gut unterwegs war und ich noch nie einen Marathon aufgegeben habe und da sollte auch der 12. Marathon keine Ausnahme werden, auch wenn es zum ersten Mal regnete. Die Wende in Meilen war eine kleine Erlösung, ich wusste jetzt nur noch zurück. Mein super Laufgefühl vom Start war nicht mehr vorhanden, nass und kühl war es auch, aber das war nur eine Begleiterscheinung, was man mit dem Marathonziel vor Augen nicht wahrnehmen will. So bin ich mit teilweise mühsamem Gegenwind aber dem Ziel vor Augen zurück gerannt. Dabei musste ich auch Dani Föllmi passieren lassen, ich wusste ich erreiche keine Bestleistung mehr und will nur meinen ersten Regenmarathon beenden, dabei wollte ich keine Versuche mehr machen jemandem sein Tempo nach zu gehen. Irgendein Mal habe ich dann wieder die Stadt erreicht, etwa ab dem Bahnhof Tiefenbrunnen wusste ich, es ist nicht mehr weit und die Sonne kam wieder zum Vorschein. Das nahende Ziel motivierte mich wieder und ich konnte sogar einzelne Läufer wieder aufholen, aber mein Ziel war nur noch vor 3 Stunden ins Ziel zu kommen. Dieses erreichte ich dann in 2h54min9s auch.

nach dem Marathon:
Ich habe nach dem Marathon das Zielgelände noch nie so schnell verlassen, ich nahm die Verpflegung legte das Finishershirt um meinen Hals um diesen ein wenig zu wärmen und torkelte zum Keiderdepot. Dort legte ich gleich meine Trainingsjacke vom morgen um und machte mich auf zu den warmen Duschen. Dabei habe ich erst als ich das Datasport SMS gesehen hatte wirklich realisiert, dass ich das Ziel ja eigentlich für den Regen und meine lodernde Motivation doch noch schnell erreicht hatte. Nach dem Duschen machte ich mich auf den Weg zurück ins Zielgelände, schon bald setzte wieder Regen ein und ich war froh, dass ich noch einen Platz im Festzelt gefunden hatte. Dort wartete ich bis die Siegerehrungen wieder begannen. Die Siegerehrungen hatte ich mit Benno Schicker angesehen, welcher ebenfalls im Team „TV Cham 1“ mit mir um die Schweizermeisterschaft in der Teamwertung gerannt ist. Die Siegerehrungen begannen um 13 Uhr, nach 14 Uhr als diese immer noch am laufen waren informierte ich mich, ob es überhaupt noch eine Siegerehrung für die Teammeisterschaft gibt. Diese war dann um 20 nach 2 auf dem Programm, als es soweit war hatte es bereits wieder leicht zu Regnen begonnen. Als wir erfahren hatten, dass wir den Schweizermeistertitel in der Teamwertung errecht hatten, waren durch das schlechte Wetter nicht mehr viele Zuschauer vor Ort. Die Freude darüber war bei Benno und mir natürlich trotzdem riesig. Neben uns wurde auch das Frauen Team der Laufgruppe des TV Chams als Vizemeister ausgezeichnet. Anschliessend konnten auch wir, mit Blumensträussen, Badetüchern und gratis Startplätzen für das nächste Jahr nach Hause reisen.

Philipp



Meine Vorbereitung läuft optimal. Habe etwas weniger Kilometer in den Beinen als im Vorjahr, dafür ein bisschen weniger Gewicht auf den Rippen. Das sollte sich ausgleichen. Ich stehe am Start und könnte Bäume ausreissen. Bin etwas überrascht über die fehlende Nervosität. Reihe mich ganz vorne ein. Bin die ersten 15Km in einem Schnitt von 3:51, also eher flott für meine Verhältnisse unterwegs. Fühle mich aber total wohl. Nach der Wende kann ich den Schnitt nicht mehr halten. Werde ab und zu von Läufern überholt. Muss ich jetzt das zu ehrgeizige Anfangstempo büssen? Wo steht der Hammermann? Holt er mich ab? Ab Kilometer 28 beginne ich die Kilometertafeln zu suchen. Ich getraue mich nicht mehr auf die Uhr zu schauen, versuche den Schaden in Grenzen zu halten. Die Beine schmerzen, jeden Schritt empfinde ich jetzt als Schlag. Zurück in Zürich motivieren mich die Zuschauer und die Feststellung, dass ich den Marathon trotzdem um 2:50h herum beenden werde. Danke, lieber Hammermann, dass du mich nicht abgeholt hast!!! Im Ziel wartet unser mittlerweile heiseres und durchfrorenes "Trainerteam", das mich unterwegs immer wieder angefeuert hat. Ich kann mir vorstellen, wie hart es für Andy und Patricia sein muss, durchfroren am Strassenrand zu stehen und Anderen beim Laufen zuzuschauen! Danke für die geniale Unterstützung!

Dani



Mein erster Marathon - Lucerne Marathon 2011

Das Wetter kann nicht besser sein und die Stadt strahlt in bester sportlicher Herbststimmung! Mit dem Marathon habe ich mich die letzten Wochen beschäftigt. Wobei mein Ziel ist, ohne Druck in einer realistischen Zeit von ca. 4:30h ins Ziel zu kommen und den Lauf richtig zu geniessen.

Ich stehe gespannt, glücklich, fit und gut trainiert im Startbereich, fühle mich sehr ruhig und glücklich. Nur noch ein paar wenige Minuten trennen mich von meinem ersten Marathon. Was auf mich zukommen wird, weiss ich nicht.
Plötzlich gibt es Bewegung. Dann jogge ich mit einer riesigen Gruppe Läuferinnen und Läufer, unter anderem mit drei Kolleginnen von mir zur Startlinie und dann gilt es ernst! Bei meinen ersten Schritten bin ich so berührt, dass meine Augen feucht werden und ich fühle mich einfach glücklich. Bei so einem grossen Sportanlass mitmachen zu dürfen ist eine Ehre für mich!

Die vielen Zuschauer, die verschiedenen Musik Gruppen auf der Strecke, die vielen Läufer die mit mir an einem Sonntagmorgen durch die Stadt joggen, alles einfach schön! Bei jedem Ständchen bekomme ich Hühnerhaut!

Die Strecke am See, durch Horw, durch den Tunnel, alles gefällt mir gut. Beim KKL stehen meine Kinder, mein Ehemann und ein paar Bekannte die mich anfeuern und motivieren. Das tut gut!
Plötzlich bin ich beim Wendepunkt vor dem Verkehrshaus. Die erste Runde läuft mir sehr gut, ich muss immer wieder mein Tempo zurückschrauben, so dass ich mein Tempo von ca. 6min/Km einhalte. Eine ganze Runde muss ich noch schaffen, denke ich immer wieder.

Beim Wenden merke ich, wie wenig Läufer den Marathon absolvieren. Viele biegen nach der ersten Runde ins Ziel ein und absolvieren so den Halbmarathon. Wow, denke ich und fühle mich etwas stolz, dass ich mir den Marathon zutraue! Dann kommen mir die schönen Worte von Patricia in den Sinn: "es kommt gut Florencia!" Bei schönstem Sonnenschein laufe ich weiter, die Stadt hat sich in ein riesiges Sportfest verwandelt.

Beim Schwanenplatz kommt mir der erste Marathonläufer entgegen. Was für eine grossartige Leistung, ich kann ihm nur applaudieren. Ich halte Ausschau auf unsere gelben Vereins T-Shirt. Leider sehe ich keinen von meinen schnellen Laufkollegen.
Wieder beim KKL gibt es ein Wiedersehen mit meiner Familie. Die Kinder übereichen mir einen selbst verzierten viel Glück Plastikbecher mit Cola und ein kleines Salzstängeli. Die Freude über den Becher ist gross und ein Strahlen huscht über unser Gesicht.

Immer noch mit einem guten Gefühl geht es in die 2. Steigung. Ich kann sogar noch ein paar Läufer überholen!
Bei Km 30 sitzt ein Mann auf einem Campingstuhl vor seiner Garage und spielt begeistert seine Trommel. Ich finde ihn einfach cool.
Beim Laufen geniesse ich das schöne Bergpanorama, die Herbststimmung am See, die eher wenigen Zuschauer die einem zum Teil kräftig motivieren, und so tanke ich Energie zum Weitergehen. Ich konzentriere mich auf mein Tempo. Es wird etwas langsamer.
Km 32: ich muss aufs WC! Ich warte noch, aber in Horw kann ich nicht mehr und möchte ins nächste Toi toi. Als ich an der Reihe bin, schnappt mir eine Frau das Toi toi vor der Nase weg. Mit einem Schmunzeln denke ich:" was soll's? Auf ein paar Minuten mehr oder weniger kommt es nicht an".
Nach der Zwangspause laufe ich weiter, bald kommt der Tunnel und dann habe ich es schon fast geschafft.
Bei Km 38 merke ich, dass ich immer müder werde und mich mehr konzentrieren muss. Ich motivier mich selber und sage mir, komm, es sind nur noch gut 4Km. Das schaffst Du.

Mit diesem Gedanken schalte ich einen Gang höher. Schliesslich möchte ich ja so schnell wie möglich ins Ziel kommen. Gedanklich bereite ich mich auf die lange Gerade zwischen Casino und Verkehrshaus vor. Nur Geduld haben und einfach weiter laufen. Ich kann noch ein paar Kräfte freimachen und ein paar Läufer überholen. Ein Lächeln zeichnet sich auf meinem Gesicht, ich bin schon beim Verkehrshaus!

Unter viel Applaus der Zuschauer, meiner Familie und Laufgruppengspändli überquere ich glücklich und strahlend die Ziellinie.

Ich kann es nicht fassen! Mit meinem Kopf noch am Laufen denke ich, dass es ein grosses Vergnügen war, die 42.195Km zu joggen.

So gut es geht, laufe ich noch ein paar Meter. Ich werde von meinem Mann und den Kindern erwartet. Endlich können Sie mich in die Arme schliessen. Mit Tränen in den Augen aber überglücklich realisiere ich es:
ICH HABE ES GESCHAFFT.

Florencia Stocker



Halbmarathon Bregenz

Wir sind müde aber happy zu Hause angekommen. Es war ein tolles Erlebnis dieser Lauf am Bodensee. Die Kulisse, das Wetter, die Stimmung, unsere Läufe alles hat einfach super gepasst heute!! Diesen Lauf können wir nur weiter empfehlen!!

Wir sind gestern nach Lindau abgefahren und haben um ca. 19:00Uhr unsere Start-Nummern geholt und haben uns noch kurz etwas in der Marathon-Messe rumgesehen, dann sind wir zum Pasta-Schiff am Seeufer, wo auch heute der Start war und haben unsere Portion gegessen. Danach sind wir dann nach Bregenz in unser Hotel gefahren.

Heute haben wir dann um 8:00Uhr ein feines Frühstück genossen und sind dann zum Hafen runtergelaufen, wo man mit dem Schiff nach Lindau gefahren wurde. Das Einsteigen in die Schiffe war etwas sehr langatmig, keine Ahnung wer 'da auf der Leitung stand', dementsprechend waren wir etwas knapp mit unserer Ankunft in Lindau und konnten gerade noch unsere Kleidersäcke für den Rücktransport in die Lastwagen geben, denn diese mussten pünktlich wegen des Starts wegfahren.

Jean-Claude wurde mir dann zu nervös und wir verabschiedeten uns voneinander, da er ja seinen Platz weiter vorne bei den Startblöcken hatte. Gross Zeit zum Einlaufen blieb auch nicht mehr. Aber beim Warten in den Startblöcken wurde kräftig vom Vorarlberger Radiosender Stimmung gemacht, sodass man sich dort mit der Musik auch aufwärmen konnte und der Adrenalinspiegel stieg von Sekunde von Sekunde, es herrschte wirklich eine coole Stimmung!!

Dann um 11:11Uhr fiel der Startschuss da ich ziemlich weit hinten war, dauerte es natürlich bis ich richtig loslaufen konnte. Meine Taktik war, immer schön im 6-Minuten Schnitt zu laufen und das ging voll auf, ich war immer leicht darunter. Bei Km 10 lief man dann durch die Bodenseearena von Bregenz und der Radio-Moderator meinte, die Viertel- Marathon-Läufer könnten nun den Endspurt langsam ansetzen, das motivierte einen natürlich wieder zusätzlich. Dann ging es noch 2 km bis ins Sportstadion und im Stadion konnte ich auf der 400m-Tartan-Runde (wir liefen da vielleicht noch knapp eine halbe Runde) sogar noch ein paar Läufer überholen. Das war ein tolles Gefühl und ich erinnerte mich an unsere Röhrliberg-Trainings.... und dann lief ich ins Ziel in 1:09:04h. Es war wirklich einfach nur genial, in so ein Stadion einzulaufen, ich habe dann meine Medaille bekommen und mich gleich mit Wasser und Äpfel eingedeckt und bin zurück zum Zieleinlauf und war gespannt, wie es bei JC läuft. Allzu lange liess er nicht auf sich warten, bei 1:25:54h ist er bereits im Ziel gewesen. Das Spezielle war noch, dass genau im Moment seiner Zielankunft 'Highway to Hell' von AC/DC eingespielt wurde, als hätten die gewusst, dass JC ein totaler Fan ist, dass war dann natürlich das perfekte i-Tüpfelchen und er hat sich 'selber ein bisschen gefeiert'. Wir haben uns dann auch im Zielauslauf gleich gefunden und uns ganz happy zu unseren Leistungen gratuliert. Wir genossen noch etwas die Stimmung im Zielauslauf, tranken noch ein Erdinger alkohlfrei und machten uns dann langsam auf den Heimweg.

Alles in allem, haben wir heute einen mega-genialen Tag erlebt mit zwei für uns perfekten Läufen. Ein grosser Dank geht an Dich Patricia, Du hast uns erst mit Deinen Anmelde-Gutscheinen auf diesen Anlass aufmerksam gemacht und uns auch wieder sehr motiviert auf den heutigen Tag, herzlichen Dank!!

Liebe Grüsse Gabi und Jean-Claude



GIGATHLON ON THE ROCKS 1.-3. Juli 2011

Am Freitag um 10:30Uhr geht es los mit dem Bus von Paul Gisler, der die perfekte Grösse hat für meine Gigasachen, den Flyer und das Rennvelo von meiner Supporterin Erika.
Meine Mutter und die engsten Freunde haben sich noch kurz auf dem Quartierplatz besammelt, um mir noch die letzten Glückwünsche für den Gigathlon zu überbringen. Ja, es war auch ein emotioneller Moment. Wusste ich doch nicht, in welchem Zustand ich wieder hier in Cham eintreffen werde.
Mein Vater, Erika und ich setzen uns in den Bus und fahren los in Richtung Brünig, Goppenstein nach Turtmann wo sich der Start für das Inlinen befindet.
Dort angekommen sehe ich schon viele bekannte Gesichter. Die Gigathlonfamilie hat sich wieder vereint. Ich geniesse die Atmosphäre und den Austausch mit den anderen Gigathleten.

Nach dem einchecken mache ich mich bereit für den Inlinestart ,die erste Disziplin und somit die Eröffnung des grossen Abenteuers.
Pünktlich um 16:00Uhr erfolgt der Inlinestart von Turtmann nach Leukerbad. Auf den Inline fühle ich mich zu Hause und auch mit den Stöcken kann ich mich sehr gut anfreunden.
Der Start ist geglückt und ich erreiche Leukerbad nach 1h21min als 7., mit einem Lachen im Gesicht und mit Vorfreude auf den nächsten Tag.
Als Single Gigathletin gönne ich mir eine Hotelunterkunft, obschon ich nur wenige Stunden im Hotelzimmer verbringe. Die Nacht war kurz. Um 3:00Uhr ist schon wieder Tagwach, denn um 4.15 muss ich den Bus von Leukerbad nach Turtmann nehmen, um an den Inlinestart zu gelangen.
Mit kleinen Augen, gestärkt mit Pasta vom Vorabend und einem Sponsorriegel als Frühstück, bin ich also im Bus in Richtung Turtmann. Ein Single Gigathlet neben mir im Bus verunmöglicht es mir wieder einzuschlafen. Bis zur Dämmerung in Leukerbad weiss er jedoch nicht mit wem er sich unterhält. Ist es Müdigkeit oder womöglich das fehlende Tageslicht? Wie auch immer.
Pünktlich um 6:00Uhr endet das Gigathlonlied Vivere und das ist auch gleichzeitig der Startschuss zur 2. Etappe.
Mit voller Energie und Freude nehme ich die 33 Kilometer unter die Rollen. Unter einer Stunde kann ich die Strecke sturzfrei und erfolgreich mit der 2. besten Zeit zurücklegen.
In der Wechselzone in Sion erwartet mich Erika mit einem strahlenden Gesicht.
Ich verpflege mich kurz mit einem Kohlenhydratgetränk und schnalle mir die Veloschuhe an und los geht‘s in Richtung Crans Montana. Wenige Minuten später holt mich auch schon Nina Brenn mit einem Lächeln ein. Ich mache mir so meine Gedanken... aber nein, ich fahre mein Tempo und lasse sie locker an mir vorbeifahren.
Der kurvige steile Anstieg wird mit einer wunderschönen Aussicht auf die umliegenden, schneebedeckten Gipfeln belohnt. Die anschliessend lange Abfahrt ist berauschend doch auf der anderen Rhoneseite wartete noch ein hartes Stück Arbeit bis zur nächsten Wechselzone.
Nach einem kurzen Pipistop und einer Verpflegung in Vaas setze ich den Weg fort entlang den Weinreben auf der kurvenreichen Strecke nach Crans Montana wo mich das Bergseeli auf 1400m erwartet.
Die Schwimmstrecke ist eine körperlich sowie eine mentale Herausforderung für mich.
Langsam marschiere ich in Richtung Wasser und sammle meine Gedanken auf dem Weg zum Seeufer. Vier Runden gibt es zu bewältigen! Die Runde checke ich mit meinen Augen ab, speichere sie und rede mir Mut zu. Ich nehme tief Luft und sage mir: "du schaffst es!!!" und schwimme los.
Die Beine lasse ich hängen und versuche so locker wie es geht von Boje zu Boje zu schwimmen.
Nach jeder Runde bin ich erleichtert, dass ich ein Rundenbändeli abgeben darf. Überglücklich verlasse ich das Schwimmareal nach 1h21min.
Die nächste Etappe führt zum ewigen Eis des Plaine Morte. Meine Beine fühlen sich sehr gut an, dennoch ich habe mühe den Laufrythmus zu finden. So entschliesse ich mich zu marschieren um so meine Kräfte zu sparen. 1600 Höhenmeter gibt es zu bewältigen. Vierzehn happige Kilometer auf Steilhängen und Traversen. Trotz dünner Luft kann ich Kraft aus dem Gigathlon-Spirit und dem grandiosen Panoramablick schöpfen.
Im Zieleinlauf erwartet mich Erika mit Verpflegung und wir nehmen gleich die nächste Gondel zurück nach Crans Montana. Gut gelaunt und mit einer grossen Vorfreude mache ich mich bereit für die letzte Etappe des Tages. Mit immer noch sehr guten Beinen kann ich die Bikestrecke starten und beim Downhillen habe ich auch die nötige Konzentration um den Singletrail zu geniessen.
Der letzte Anstieg von Varen nach Leukerbad scheint endlos. Meine Beine sind immer noch gut, aber mental ist es nochmals eine Herausforderung. Die Steigung will und will nicht enden. Nochmals eine Kurve und nochmals ein Kurve. Immer wieder schaue ich auf meine Uhr und warte bis die Zahl 26 erscheint, welche zugleich das Ende der Steigung sein soll. Schlussendlich merke ich, dass meine Uhr 2 Kilometer Differenz aufweist und bei Kilometer 28 habe ich es endlich geschafft!
Oben angekommen sehe ich das Ziel vor Augen und mir wird bewusst, dass ich schon einen grossen Teil des Abenteuers bewältigt habe.
In Leukerbad renne ich mit dem Bike ins Ziel und fühle mich wie eine Siegerin!
Im Hotel stärke ich mich wieder mit Pasta und lege mich glücklich und zufrieden ins Bett und freue mich über den 10. Zwischenrang.


Sonntag Morgen 4:15Uhr klingelt der Wecker und mein erster Gedanke ist, dass ich noch meine Beine rasieren muss. Erika meine Supporterin traut Ihren Augen nicht... das ist ja schliesslich auch sehr wichtig für die B Note! Draussen ist es immer noch dunkel und ich versuche ein Oatpack von Sponsor mit Kaffee runter zu spülen. Für mehr reicht es nicht und wir machen uns zusammen auf den Weg zum Bikestart.
Ich bin erstaunlicherweise sehr wach und munter obwohl ich überhaupt kein Morgenmensch bin. Dies liegt bestimmt daran, weil ich mich wieder auf die Bikestrecke freue.
Das Lied "Vivere" klingt aus und pünktlich um 5:00Uhr erfolgt der Start für den "Gguferhertä Sunntag".
Mit meinem top 10 grünen Helmcover und dem eingeschalteten Licht, geht es ohne grossen Warm-up gleich mit dem satten Aufstieg hinauf ins Skigebiet der Torrentalp. Flüssige Single- Trails und kurze giftige Steigungen lösen sich ab. Am Herubel auf 2300m habe ich den höchsten Aussichtspunkt der Strecke erreicht. Die Morgenstimmung ist fantastisch und der Blick ins Rhonetal ist gigantisch.
3 Grad zeigt es mir auf der Uhr an - es ist bitter kalt! Doch mein Bikerherz wird bald höher schlagen, denn es warten 20 Kilometer traumhafte Abfahrt auf mich.
Rasant ist die Abfahrt und ein kleiner süsser Hase überrascht mich auf der Strecke. Ich kann noch rechtzeitig Bremsen und werde somit meinem Herz für Tiere gerecht.
Beim Verpflegungsposten in Ferden schnappe ich mir noch ein paar Bananen, um mich für die lang ersehnte Schwimmestrecke zu stärken. War natürlich ein Scherz! Am idyllischen Baggersee in Raron ist wieder meine mentale Stärke gefragt! Die 3 Kilometer gibt es wieder Armzug für Armzug, Beinschlag für Beinschlag zu bewältigen.
Nachdem ich das Schwimmen überlebt habe, weiss ich, dass mein Zieleinlauf in Turtmann Wirklichkeit wird!
In der Wechselzone in Raron muss ich dringend auf’s WC. Die Toi Toi‘s sind alle besetzt. Es dauert mir zu lange. So mache ich Pipi ein paar Meter nebenan im Gras. Natürlich realisiere ich nicht dass das Feld voller Brennnesseln ist!!! Ich habe grosses Glück und lasse mich nicht von den Brennnesseln erwischen.
In der Wechselzone kann ich mich nicht so gut verpflegen, mein Bündnerfleischsandwich will irgendwie nicht runter. Bündnertrockenfleisch ist Wort wörtlich zu trocken!!!
Auf dem Weg durchs Mattertal spielt mein Magen und Darm verrückt. Ich gehe die Strecke verhalten an und muss zwischendurch einen Stop einlegen um den Druck im Darm loszuwerden.
Mit guten Beinen, aber immernoch einem komischen Magen, stelle ich mein Rennvelo in die Wechselzone in Zermatt und setze meine Reise fort auf den Gornergrat.
Nach 3 Kilometer auf 2000 Höhenmetern steure ich ins Restaurant, um mir eine Cola zu kaufen. Die Gastgeberin ist sehr freundlich und schenkt mir das Getränk. Natürlich nützte ich auch noch die Gelegenheit richtig auf’s WC zu gehen. Während ich die Kohlensäure aus der Cola schüttle, verspritze ich das ganze Lavabo! Na ja, ich konnte natürlich diese Sauerrei nicht ignorieren, nachdem ich das Getränk gratis bekommen habe! So nehme ich mir die Zeit und mache sauber.
100 Meter später verpflege ich mich noch mit Bananen und marschiere langsam weiter in Richtung Riffelalp. Das Cola und die Bananen wirken Wunder und ich fühle mich wieder gut! So kann ich auch endlich das marschieren einstellen und los laufen. Nicht nur die dünne Luft ist atemberaubend auch der Ausblick auf das Matterhorn! Es zeigt sich von der schönsten Seite wie aus dem Bilderbuch.
Nach 3 h 21 Minuten erreiche ich den Gipfel auf 3089 Metern - Der höchste Punkt der Gigathlonreise - Gornergrat geschafft!!!
Nach dem Zieleinlauf hole ich sofort meinen Effektensack ab und nehme gleich die nächste Bahn zurück nach Zermatt. In der Bahn kann ich meine Beine hoch lagern und mein Käsesandwich genüsslich verzerren.
Nun gilt es noch die Moosalp zu bezwingen, die allerletzte Etappe, dann habe ich’s geschafft!
Zurück in der Wechselzone in Zermatt treffe ich noch ein paar andere Single Gigathleten/innen.
Wir fahren gemeinsam die neutralisierte Zone bis Stalden. Dort füllen wir nochmals die Bidons auf und verpflegen uns mit Bananen. Danach geht jeder sein Tempo über Törbel auf die Moosalp.
Die Steigung gehe ich verhalten an. Ich merke aber bald, dass meine Beine noch gut sind und finde auch den Rhythmus schnell. Nach Törbel treffe ich zwei Couple Gigathleten an, die mich bis auf die Moosalp begleiten, mich motivieren und gleichzeitig hoffen, dass ich mein top 10 Platz behalten kann.
Yessss!!! Die Moosalp ist bezwungen und eine grandiose Abfahrt nach Turtmann wartet auf mich! Kurvenreiche Strassenabschnitte mit Schlaglöcher gespickt, verlangt immer noch höchste Konzentration und Bremsbereitschaft.
Kurz vor 21 Uhr nach 26 Stunden 16 Minuten 40 Sekunden erreiche ich als 11. überglücklich das Ziel in Turtmann!!! Ein gigantisches Gefühl die 11‘111 Höhenmeter und 340 Kilometer bewältigt zu haben.

YESSSSSSSS !!! GIGATHLON SINGLE ATHLETIN FINISHER !!!! JUST AMAZING !!!!

Kurz nach dem Zieleinlauf fängt mich die Dame von der Dopingkontrolle ab und möchte, dass ich meine 90 Milliliter abgebe...natürlich kann ich nicht auf Kommando und leere Becher um Becher mit Wasser in mich rein, bis ich endlich die Blase genügend voll habe für die Dopingkontrolle.
Nach dem ich mich mit Spätzli und Rindfleisch im Gigathlongelände verpflegt habe, fahren wir mit dem Bus nach Hause. Müde, erleichtert, überglücklich und stolz das Ziel erreicht zu haben.
Eine lange Reise geht um 2:00Uhr in Cham zu Ende.


Simone Evans



Gigathlon 2011

Als Läuferin auf Inline-Skates

Kurz vor 8 Uhr stehe ich an diesem "Samedi glacial" mit mulmigem Gefühl am Start, ist das Inlinen doch nicht meine Paradedisziplin. Mit dem Ausklingen des Gigathlon-Songs, Vivere, starten die Team of Five den Gigathlon 2011. 33 km von Turtmann nach Sion liegen vor mir.
Meist flach oder leicht abfallend bin ich bald aus dem gröbsten Gewühl raus und für meine Begriffe schnell unterwegs. Da es keinen Gegenwind hat fahre ich meine eigene Linie. Mit Windschattenfahren kann man zwar Kräfte sparen aber mir behagt es gar nicht. Zu schnell ist etwas passiert, eine Unachtsamkeit, ein touchieren an der Rolle eines anderen Gigathleten und "krach" liegst du auf dem Asphalt. Der Tapetenwechsel ist äusserst schmerzhaft - egal an welcher Körperstelle! Und prompt... im Tunnel bei Salgesch fallen sie wie Dominosteine hin! Zum Glück kann ich ausweichen. Der Rest der Strecke verläuft relativ ruhig der Rhone entlang.
Rückenschmerzen machen sich glücklicherweise erst gegen Ende des Rennens bemerkbar und dieses ist schneller erreicht als ich der Rennvelofahrerin angegeben habe. Hoffentlich steht sie bereit!?

Von den Inline-Skates zum Berglauf

Nachdem gestern alles gut geklappt hat, freue ich mich am heutigen "gguferherta Sunntag" auf "meine" Berg-Laufstrecke. Die Startzeit wurde mir gestern vom Biker mitgeteilt und so begebe ich mich um 9:15Uhr mit dem Zug von Turtmann nach Zermatt. Im Zug kann ich noch etwas dösen, da die Nacht doch sehr kurz, kalt und laut war (die Wälder um Turtmann sind kahlgerodet!).
Um Punkt 12:15Uhr fällt der Startschuss. Zunächst noch mit leichter Steigung geht es schon bald für ein paar Kilometer marschierend steil an den Berg. Etliche Höhenmeter später kann ich endlich wieder ein gutes Stück laufend über Stock und Stein zurücklegen. Die Aussicht ist grandios - wenn man denn einmal einen kurzen Blick darauf werfen kann! Mein Puls ist konstant und ich lege die Kilometer in meinem "Duracell"-Tempo zurück. An jedem Verpflegungsposten nehme ich Wasser und links und rechts etwas Powerfood zwischen Zähne und Backen. Mit kurzen Blicken den Berg hinauf entscheide ich; Training Zugerberg? Laufen!, Training Pilatus? Marschieren! Der Wechsel marschieren-laufen-marschieren gelingt mir sehr gut. Ich schone meine "Pumpe", wird die Luft doch zunehmend dünner. Die letzten Höhenmeter, das Ziel vor Augen, ein letztes Mal gebe ich noch Gas dann geht es den steilen Weg und die Treppe über die Gornergrat-Bahn dem Ziel entgegen. Geschafft! Ich bin überglücklich!
Nun noch das obligate Foto vom "Horu". So richtig kitschig präsentiert sich das Panorama und entschädigt für alle Strapazen. Was ich mir noch letzten Herbst nicht zugetraut habe ist geschafft. Dank optimalem Training war ich zum richtigen Zeitpunkt parat für dieses Abenteuer. Und...
... nach dem Gigathlon ist vor dem Gigathlon! ;-)


Marianne Gysi


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